Entstehung eines Fonts

Von der Idee bis zum fertigen Font
8T eSpania Bold  Am Anfang einer Schrift – und damit auch eines Fonts – stehen erste Skizzen. Hier die eSpania in 3 verschiedenen Schnitten. Zwei habe ich bis jetzt realisierte 8T  eSpania Reinz2  Hier Teile der Reinzeichnung, die dann gescannt werden und anschließend per Illustraor vektorisiert. 8T  eSpania Minusk  Hier eine A3 Kopie. Sie diente früher zum zusammenkleben der einzelnen Buchstaben. Die linie unten war eine Montagehilfe, damit die Buchstaben nicht tanzten. 8T  eSpania Versal  Hier die Versalien der eSpania.
8T King  Erste Skizzen zu der Schreibschrift King. In Rot Korrekturen. 8T MillySkizze  Das kleine a der eMilly hat mir lange nicht gefallen und ich habe x Varianten gezeichnet, g,t,i,v und m waren da problemloser. 8T Kuli01Skizze  Flott geschrieben Handschrift, mit einemKuli aufs Papier gebracht, war die Ausgangssituation für eSwing. 8T Kuli02Nachzeichnen  Auf Transparentpapier habe ich die Buchstaben, die mir am besten zusagten, nachgezeichnet. Die Hilfslinien dienen dabei als Orientierung für Schräge der Schrift und die Schrifthöhen.
8T Kuli03Kopie  Die auf Transpatentpapier nachgezeichnete Schrift anschließend in eine vergrößerten fotokopie, In Rot das fast fertige ß. 8T  Kuli04Transparent  Von der Kopie werden, wieder auf Transparentpapier, die endgültigen Buchstabenformen gezeichnet. Der Rest ist dann immer gleich: scannen und vektorisieren. Beim Vektorisieren bekommt die Schrift dann den endgültigen Schliff. 8TYPO 01Skizze  Erste Skizzen zur eMiriam. Mein Ziel war eine Schwungvolle Schreibschrift zu gestalten. Die blauen Linien gaben die Schrifthöhen vor, die gelben die Schräge. 8T MirSkizze  Die dunklen Buchstaben sind schon fast zufriedenstellend. Unten die eMiriam normal, passend zu den ausgefallen Swash-Versionen.
8T 05Transparent  Das wichtigste Hilfsmittel ist Transparentpapier. So können aus einem Buchstaben die Varianten entstehen, wie beim W schön zu sehen ist. 8T MirSkizze2  Wenn ich dann einen Buchstaben mit einem x kennzeichne, heißt das, dass diese Version weiter ausgearbeitet wird. 8T 02Transparent  B und G sind zwei ganz besondere Buchstaben und es war ein langer Weg bis zum x. 8T MirSkizze3  Versuche zur eMiriam Swash.
8T MirSkizzeG  Die G-Reihe. 8T ErsteWorte  Die Vektorisierte Version. Unten aus Einzelbuchstaben zusammengesetzte Worte, um einen ersten Eindruck der Schrift zu haben und vor allem um eventuelle Schwachstellen zu finden: Hier z. B. ist zu sehen, dass beim r die Schräge nicht ganz stimmt. 8T GlypheQ  Nach der Vektorisierung wird Buchstabe für Buchstabe in das Font-Programm kopiert. Ein Font besteht aus rund 250 einzelbuchstaben und Zeichen. Hier passe ich gerade das Q der eMiriam in den Font ein. Im Hintergrund das ganze Alphabet, dunkel hervorgehoben der aktuelle Buchstabe. Die rote linie ist die Vektordatei, die gestrichelten Linien links und rechts markieren die Abstände zu anderen Buchstaben. 8T ScriptPinselmarker  Versuche für eine Pinselschrift. Eine Digitalisierung ist besonders schwierig, weil die Handschrift zu viele Formen und Verbindungen hat.
8T Pinsel55  Aus zig Varianten werden dann die Buchstaben ausgewählt, die zur „Weiterverarbeitung” kommen. 8T Brush  Hier sind die Vorversionen im Scan rot ausgewählt. Blau wird gelöscht und mit den roten weiter gearbeitet: auf gleiche Höhe bringen, Schräge anpassen, Strichstärken korrigieren usw. 8T Brushscript  In Rot das überarbeitete Alphabet, in Blau die vektorisierten Umsisse. 8T  Marker  Ein nicht mehr so richtig funktionierender Marker setzte markante Lichter in die Buchstaben. Entstanden ist aus dieser Idee später die eGondola.
8FL leerVoll  Wenn ich das Programm FontLab öffne, erscheint auf dem Bildschirm das obige Bild für einen Font - Untitled. Alles Grau in grau. Wenn ich einen Font importiert habe, erscheinen die ”besetzten” Felder weiß mit einer Mini-Ansicht des betreffenden Zeichens. Unbenutzte Felder bleiben Grau. 8Kerning alles  Im Hintergrund links in schwarz mein Probetext mit allen zeichen einer Schrift. Im Vordergrund der erste, mit Spannung erwartete Test, eines Fonts. 8Kerning AAA  Im nächsten Schritt prüfe ich, ob alle Akzentbuchstaben die gleichen Abstände wie der Mutterbuchstabe haben. Das Programm zeigt für jede Letter in der Tabelle oben die Schriftbreite und die Abstände links und rechts an. Wenn etwas nicht passt, kann ich die Werte hier ändern. 8Kerning ra  Am meisten Zeit brauche ich für das Kerning, den optischen Ausgleich kritischer Buchstaben-, Ziffern- bzw. Zeichenkombinationen. Dazu habe ich mir spezielle Textvorgaben erarbeitet. Im Beispiel oben das r links in Kombinaton mit allen anderen Kleinbuchstaben. Rechts dann (sinnlose) Worte mit möglichst viel r zur Kontrolle.
8Kerning VA2  Sinn und Zweck des Kernings ist die ästhetische Optimierung der Normalschriftweite, um durch ein gleichmäßiges Schriftbild die Lesbarkeit eines Textes zu erhöhen. Oben in der Tabelle sind in Blau Unterscneidungen angezeigt, z. B. bei der kritischenn Kombinationen LV -75 und bei VC -25. 8FL Metrics  Hier die Metric-Tabelle (Maßtabelle) für ein paar Buchstaben zur Erklärung. Ein gerade Senkrechte braucht den größten Abstand zum Nachbarbuchstaben. Deshalb sind bei H, L und D links die Werte identisch 70. Das L hat rechts nur 2. Eine Rundung benötigt weniger Abstand, O und D haben rechts die gleichen Werte 32.  A und T sind Sonderfälle und brauchen kaum Abstand. Das alles verlangt viel Erfahrung und typografisches Wissen. Schade, dass kaum ein fachspezifischer User sich über so etwas Gedanken macht. 8Kerning Aa  Hier die Kerningvorgabe für das T in Kombination mit allen möglichen Kleinbuchstaben. Insgesamt habe ich pro Schrift über 1800 Kerning-Paare zu bearbeiten, in der Tabelle wieder Blau angezeigt. Im Text selbst sind die Unterschneidungen als kleine schwarze Linien gekennzeichnet. 8Kerning,.-  Auch die Interpunktionen werden bei den kritischen Buchstaben angepasst.
8FL Names  Zum Schluss werden die Font-Infos nochmals überprüft. Name, Weite und Schnitt der Schrift u.v.a.m. Aber auch die Copyright Informationen: Created by Klaus Eschbach, 2018, all rights reserved! 8FL Create  Dann der spannende Moment: Create a new font Win TrueTyoe/Open Type – save. 8T Lehre02Alphabeth  Zum Schluss noch ein paar Arbeiten aus der Ausbildung 1964. Von Hand mit Tusche gezeichnetes Alphabet einer Antqua im Stile der römischen Capitalis. 8T Lehre03garamond  Alle Buchstaben der Antiqua von Claude Garamond (1490 – 1561, Paris) mit Blei- und Buntstift gezeichnet. Rot hervorgehobenen ein paar besonders markannte Lettern.
8T Lehre05SehrGut  Auf diese Benotung war ich sehr stolz. 8T Lehre06Bodoni  Giambattista Bodoni (1740 – 1813) war ein italienischer Schriftschöper. Hier seine nach ihm benannte Schrift in halbfett. 8T Lehre01Walbaum  Das deutsche Pendant zu Bodoni war Justus Erich Walbaum (1768 – 1837), oben seine klassizistische Antiqua skizziert. So wurden früher, vor dem Computer, in Handarbeit Entwürfe angelegt. Skizziert, ausgeschnitten, aufgeklebt, präsentiert. 8T Lehre07Univers  Für das Alphabet der Univers, 1957 von Adrian Frutiger in der Schweiz entworfen, gab es als Note nur ein 1-2.
8T Lehre08ar  Tuschearbeit der Lettern a unr in Fraktur und Antiqua.